Tageszinsen

Was sind Tageszinsen und wie kann man sie berechnen?

Bei der Suche nach der geeigneten Anlageform sind die dafür gutgeschriebenen Zinsen ein Faktor, der wesentlich zur Entscheidungsfindung beiträgt. Insbesondere bei Girokonten oder Tagesgeldkonten, wo die Einlagen täglich verfügbar sind, müssen die Guthabenzinsen oftmals auf einzelne Tage genau berechnet werden.

Dabei können schnell einige Fallstricke lauern, die dann (vor allem bei Laien) schnell zu Missverständnissen oder unterschiedlichen Berechnungsergebnissen führen. Am häufigsten werden die Tageszinsen mit den Tagesgeldzinsen verwechselt, obwohl beiden Ertragsarten völlig unterschiedliche Umstände zugrunde liegen.

Tagesgeld ist eine spezielle Anlageform, bei der die Zinsen immer für das gesamte Jahr berechnet werden (p. a. = pro anno = ein Jahr). Tageszinsen sind etwas vollkommen anderes, weil sie den Zinsertrag für einen Tag, unabhängig von der Konto- oder Anlageform ausdrücken. Um Unregelmäßigkeiten wie Monate mit 30 und 31 Tagen oder auch Schaltjahre und die damit verbundenen Schwankungen zu vermeiden, werden die Tageszinsen nach einheitlichen zeitlichen Vorgaben errechnet.

Berechnungsmethoden

In den meisten Ländern – so auch in Deutschland – erfolgt die Berechnung der Tageszinsen auf der Grundlage von einheitlich 360 Tagen pro Jahr. Bei der Anzahl der Tage pro Monat werden entweder generell 30 Tage oder aber die tatsächliche reelle Zahl der Tage pro Monat angesetzt. Möglich sind auch Berechnungsgrundlagen, bei denen die reelle Anzahl der Monatstage und Tage pro Jahr Verwendung finden, diese Methode ist aber eher ungewöhnlich und wird nur in Ausnahmenfällen angewandt.

Je nach Höhe der Zinsen pro Jahr (p. a.) und der Berechnungsmethode können sich teilweise erhebliche Abweichungen bei der Berechnung der Tageszinsen ergeben. Einige Rechenbeispiele sollen das verdeutlichen. Angenommen wird hier ein Geldbetrag von 100.000,- € und ein Zinssatz von 3 % pro Jahr. In einem Jahr ergeben sich somit Zinsen in Höhe von 3000,- €.

Die 30 / 360 – Methode

Hier werden das Kapital (100.000,- €), die Anzahl der Tage (1) und der Zinssatz (3 %) miteinander multipliziert. Anschließend muss das Ergebnis durch 36.000 (360 Tage x 100) dividiert werden. Ausgehend von 30 Tagen pro Monat und 360 Tagen pro Jahr ergeben sich bei diesen Vorgaben nun 8,33 € Zinsen für einen Tag.

Die act / 360 – Methode

Bei dieser Berechnungsvariante wird immer die tatsächliche Anzahl der Tage pro Monat (28, 29, 30 oder 31) zugrunde gelegt. Da wir aber hier die Zinsen für nur einen Tag ermitteln wollen, ist das Endergebnis das gleiche, wie bei der 30 / 360 – Methode, also 8,33 pro Tag.

Die act / 365 – Methode

Wenn die Tageszinsen mit dieser Variante berechnet werden, kommen die tatsächliche Zahl der Tage pro Monat sowie generell 365 Tage pro Jahr zum Ansatz. Konkret bedeutet das bei einem Kapital von 100.000,- € und einem Zinssatz von 3 % einen Zinsertrag von 8,22 € am Tag.

Die act / act – Methode

Diese Berechnungsmethode ist wahrscheinlich die für den Anleger fairste Variante, weil hier ausschließlich mit reellen Zahlen und Zeiträumen gerechnet wird. Allerdings ist dieses Rechenverfahren für die Kreditinstitute auch mit dem größten Aufwand verbunden. Für die oben aufgeführten Zahlen ergeben sich hier im Extremfall (= bei 366 Tagen pro Jahr) Tageszinsen in Höhe von bis zu 8,20 (100.000,- € x 1 Tag x 3 % Zinsen: 366 Tage pro Jahr x 1 Tag pro Monat).

Fazit

Die Berechnungsmethode von Tageszinsen hat erheblichen Einfluss auf das Ergebnis und somit auf den jeweiligen Zinsertrag. Je höher der angelegte Betrag ist, desto größer werden auch die Differenzen zwischen den einzelnen Ergebnissen. Gerade bei großen Summen können sich so pro Tag erhebliche Unterschiede im drei- oder sogar vierstelligen Bereich ergeben. Um den Aufwand für die Banken und Geldinstitute aber im Rahmen zu halten, kommen in der Regel die so genannte "Deutsche Berechnung" (= 30 Tage pro Monat / 360 Tage pro Jahr) oder die "Euro-Methode" (tatsächliche Zahl der Tage pro Monat / 360 Tage pro Jahr) zur Anwendung.

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